12. Februar 2018 Christian Georgi

Kindersoldaten

In vielen Ländern der Welt finden kriegerische Auseinandersetzungen statt, bei denen jedes Jahr unzählige Menschen ums Leben kommen. Der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12. Februar ist ein jährlich begangener Gedenktag, mit dem an das Schicksal von Kindern erinnert werden soll, die direkt an gewaltätigen Auseinandersetzungen beteiligt sind. Als Kindersoldaten gelten laut der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 alle Kriegsteilnehmer unter 15 Jahren.

Weltweit werden etwa 250.000 Mädchen und Jungen in Konflikten als Soldaten missbraucht. Insbesondere in Afrika und Asien werden Kinder in Regierungsarmeen und Rebellengruppen als Kämpfer eingesetzt. Diese Kinder sind Täter und Opfer zugleich, weil sie leichter zu manipulieren oder schlicht billiger sind als Erwachsene. So rekrutiert der Islamische Staat in Syrien und im Irak und die Terrormiliz Boko Haram in Nigeria gezielt Kinder und Jugendliche. Auch im Jemen-Konflikt und in Ländern wie Afghanistan, Pakistan, Indien, Myanmar, Mali, Libyen, Somalia, Sudan, Kongo und auf den Philippinen werden Mädchen und Jungen zum Morden missbraucht.

Besonders im Südsudan, wo seit 2013 ein blutiger Bürgerkrieg tobt, werden Zehntausende Minderjährige zum Töten eingesetzt. Diese jungen Leute haben oft keine richtige Kindheit und viele werden von brutalen Terrortruppen dazu angewiesen, sich selbst in die Luft zu sprengen, um möglichst viele andere Menschen mit in den Tod zu reißen. Der Weg zurück in ein normales Leben ist für viele ehemalige Kindersoldaten nur schwer möglich. Oft sind sie von ihren Erlebnissen dauerhaft traumatisiert und sie werden in ihren Familien und Dörfern als Mörder angesehen, wodurch sie nur langsam wieder in die Gesellschaft integriert werden können.

Der internationale Gedenktag möchte einen Beitrag gegen das sinnlose Töten aus Kinderhand leisten und sich dafür einsetzen, dass keine Minderjährigen mehr im Namen von politischen und religiösen Wahnvorstellungen mancher Terrorbanden Blut an ihren Händen tragen.

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